Wanderungen in der Chã das Caldeiras

Die Chã das Caldeiras und der Pico do Fogo (2829m ü. NN) gehören zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen auf Cabo Verde. Eine Besteigung des Pico erfordert schon ein gewisses Maß an Trittsicherheit, Kondition und Schwindelfreiheit und sollte nur mit einem einheimischen Führer unternommen werden. “Führer” ist im Prinzip jeder zwischen 12 und 60 Jahre, aber in letzter Zeit gibt es auch offizielle Führer. Diese haben von der Gemeinde São Filipe eine Grundausbildung für ihre Aufgabe erhalten.

Am besten beginnt man die Wanderung in Portela in der Morgendämmerung, um nicht in die Mittagshitze zu geraten. Dann kann es zwar noch etwas kühl sein, aber damit ist es vorbei, wenn die Sonne über den Kraterrand scheint. Ihr ist man in den nächsten Stunden ohne Chance auf Schatten ausgesetzt. Kopfbedeckung, leichtes T-shirt, Sonnencreme und viel Wasser (2 bis 3 Liter pro Person) gehören zur Grundausstattung, genauso wie Schuhe, die für Geröllfelder geeignet sind.

Der Aufstieg dauert je nach Kondition 2,5 bis 4 Stunden, dann steht man an dem kreisrunden Kraterrand und blickt in den 180m tiefer gelegenen Vulkankessel, in dem sich die Führer in Steinschrift verewigt haben. Der Panoramablick über die Insel und den Atlantik ist faszinierend und bei guter Sicht schaut man auf die Inseln Brava und Santiago herab. 

Runter geht’s über Aschefelder, in denen man bis zu den Waden versinkt - trotzdem ist der Abstieg nicht so anstrengend, man kommt am besten in langen Sprüngen voran und ist in weniger als einer Stunde wieder unten. Im Laden von Ramiro in der Kurve zwischen den Ortschaften Portela und Bangaeira gibt es danach den Manecom, den Wein aus der Caldeira, wie er von den Einheimischen für den Hausgebrauch hergestellt wird. Am Abend machen Ramiro und Freunde häufig traditionelle Musik von Fogo.

Körperlich weniger anspruchsvoll ist eine Wanderung im Krater unterhalb der Bordeira. Von Süden kommend beginnt man direkt hinter dem Eingang in die Caldeira am Cova Tina. Man biegt links von der Hauptstrasse ab und geht in weitem Bogen am Fuße der steilen Kraterwände bis nach Portela.

Beeindruckend sind die Gesteinsformationen der alten und neuen Vulkanausbrüche und das Farbenspiel in dieser geradezu unwirklichen Landschaft, die auch durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt wird. Neben dem Gemüseanbau steht hier die Weinproduktion im Vordergrund. Da Regenfälle selten sind, gedeiht der Wein hauptsächlich aufgrund der Taubildung in den frühen Morgenstunden. Aus dem Trester wird seit neuestem übrigens ein wohlschmeckender Grappa gebrannt.

Ein weiterer Ausflug in der Caldeira ist die Besteigung des kleinen Pico, der bei der letzten Eruption 1995 entstanden ist. Dieser Nebenkrater liegt unterhalb seines  großen Bruders unweit der Hauptstraße. Auch in 2007 gibt es noch Stellen, an denen Schwefeldämpfe austreten und es so heiß ist, dass man dort Papier oder kleine Zweige entzünden kann.

Fußwege zum Pico Pequeno beginnen bereits in Portela. Wenn man vom kleinen Pico aus dann die Straße ein wenig weiter nach Süden geht und die oben beschriebene Wanderung an der Bordeira entlang macht, hat man einen gut ausgefüllten Wandertag.

Hier noch ein paar Fotos aus der Cha das Caldeiras.

Hinweise zu Unterkünften und An- und Abreise finden sich auf der Seite Ein 3-Tage-Ausflug.