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Hilfsprojekt zur Weinherstellung will Produktion auf mehr als 120000 Liter pro Jahr steigern
Sao Filipe, 30.11.2006 – Das durch die EU finanzierte Hilfsprojekt zur Weinherstellung, das seit 2001 auf Eis lag, startet in diesem Monat mit der Freigabe der Gelder.
Das Projekt, das auch die Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte der Insel umfasst und in Zusammenarbeit mit der italienischen Cospe betrieben wird, bezieht die Weinbaugebiete Cha das Caldeiras (Santa Catarina), Achada Grande, Relva und Corvo (Mosteiros) der Insel Fogo ein.
Der italienische Experte Franz Egger sagte gegenüber Inforpress, das Programm sähe hinsichtlich der Cha das Caldeiras eine Erweiterung der Lagerkapazitäten vor, um der Weinproduktion gerecht werden zu können, sowie die Bereitstellung von Material und Ausrüstung, insbesondere Behälter aus Niro.
Die Weinproduktion allein in der Cha das Caldeiras hat die ursprüngliche Prognose der Cospe von 60000 Liter für die gesamte Insel bereits übertroffen.
Die Produktion von 2006, die zur Zeit auf Flaschen gezogen wird, um den Markt für die kommende Festtagszeit zu versorgen, beläuft sich auf 56- 60000Liter, außerdem werden 80000 Flaschen Weißwein á 0,75 Liter bereitgestellt.
Für Achada Grande, Corvo und Relva sieht das Projekt einen Umbau des mit deutscher Hilfe errichteten Weinkellers und die Anschaffung verschiedener Geräte und Apparaturen wie Waage, Weinpresse, Behälter, Flaschen, Korken Halterungen u.a. vor.
Laut Franz Egger waren die Weinbauern in Achada Grande, Relva und Corvo anfangs etwas misstrauisch und wollten sich an einer gemeinsamen Weinproduktion nicht beteiligen. Aber mit dem Erfolg der Cha das Caldeiras vor Augen werden sie bereit sein, sich einer gemeinsamen Weinherstellung anzuschliessen.
Eines der Probleme, die sich der Weinbauernkooperative stellt, ist die Ausbildung. In dieser Hinsicht können die Winzer auf die Unterstützung der Stadtverwaltung und der Vertretung des Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft zählen.
Der Transport stellt ein weiteres Problem dar. Laut Franz Egger wird man im Rahmen des Projektes und in Zusammenarbeit mit der örtlichen Verwaltung nach Alternativen wie etwa einer Seilbahnanlage suchen.
Das Projekt hat am 15. Nov. begonnen und soll Mitte Mai 2008 enden. Die Verantwortlichen werden aber eine Verlängerung beantragen, um zwei Produktionszyklen begleiten zu können und technische Hilfe bei der Weinherstellung besonders in Achada Grande zu geben.
Zur Zeit bereitet man gerade die Ausschreibungen für die Gebäude und Ausrüstungsgegenstände vor. Laut Franz Egger ist beabsichtigt, die Infrastruktur auf der Cha das Caldeiras noch vor der Weinlese 2007 umgebaut und ausgerüstet zu haben, während in Achada Grande vorerst die vorhandenen Einrichtungen in verbesserter Form genutzt werden sollen. Erst nach der nächsten Ernte soll auch dort mit den Erweiterungsmaßnahmen begonnen werden.
Mit Abschluß des Projektes, das auf 400000 Euro veranschlagt ist, soll sich die Produktionskapazität in der Cha das Caldeiras auf 100000 Liter Wein verschiedener Sorten und die in Achada Grande auf 20000 Liter erhöht haben.
Eine eventuelle Konkurrenz durch die Kapuziner ist, so Franz Egger, kein Grund zur Besorgnis, sondern ein Ansporn, die Qualität des Produktes noch weiter zu verbessern. Andererseits wäre es gut, die Produktionskosten der Kapuziner zu kennen, die durch die Art der Landvergabe und das vorhandene Wasser begünstigt seien.
Die Projektleitung erwartet, dass sich die Kapuziner an ihr Versprechen halten, den Wein nicht in Cabo Verde, sondern nur in Italien als Solidaritätsbeitrag zum Erhalt des Krankenhauses Sao Francisco zu verkaufen.
Für Franz Egger besteht das größere Problem in der Konkurrenz der Produzenten in der Cha das Caldeiras, Achada Grande, Relva und Corvo, aber er erwartet, dass sie sich zum Zweck einer gemeinsamen Vermarktung verbinden werden.
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